Donnerstag, 23 Oktober, 2014 10:56 AM

Zur Veranstaltung der Stiftung Eierstockkrebs und der DAFG e.V.

 


 

 

Aktuelles

Die zweite Stimme – Galaabend zum Release der arabischen Fassung des Dokumentarfilms

von Ulrike Askari

Die Stiftung Eierstockkrebs und die DAFG – Deutsch-arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. hatten geladen und alle, alle kamen. Im wunderschönen Rahmen des Kaiserin Friedrich-Hauses in Berlin fanden sich am 25. August 2012 namhafte deutsche und arabische Ärzte und Vertreter von, Medien, Vereinen und anderen Institutionen, um der Vorstellung des Aufklärungsfilms über Eierstockkrebs in seiner arabisch synchronisierten Fassung beizuwohnen.

Prof. Dr. Jalid Sehouli eröffnet den Galaabend für die Vorstellung des Films "Die 2. Stimme" auf arabischNach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie an der Charité in Berlin und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Eierstockkrebs, und seiner Komoderatorin Dr. Alia Soliman, Mitglied des Beirates der Stiftung Eierstockkrebs, begrüßte Houssam Maarouf als Vertreter der DAFG die Gäste. Er übergab das Wort an den Doyen der arabischen Botschaften und Botschafter des Königreichs Saudi-Arabien Prof. Dr. Ossama Abdul Majed Shobokshi, der die Veranstaltung als eine Kombination von kultureller und wissenschaftlicher Begegnung lobte. Da er selbst Mediziner ist, war sein Interesse verständlicherweise ein ganz direktes und er hatte daher gern die Schirmherrschaft für die Gala übernommen.

In der Ankündigung des musikalischen Programmes wies Prof. Sehouli ausdrücklich darauf hin, dass es ihm wichtig sei, nicht die Differenzen sondern die Gemeinsamkeiten bei einer derartigen Begegnung zu betonen.

Im ersten musikalischen Block brachten Raed Khoshaba aus Baghdad, Oud, und Abdelghani Elmassaoudi', marokkansicher Tenor, traditionelle und populäre arabische Stücke zu Gehör. Khoshaba entpuppte sich schnell als genialer Oud-Spieler aus der Schule Munir Bashirs, der ein würdiger Vertreter dieses klassischen arabischen Instrumentes ist. Sowohl die Muwashahat (traditionelle Kunstlieder) als auch Stücke der libanesischen Sängerin Fairuz oder der ägyptischen Diva Um Kulthoum versah er mit seiner persönlichen Note und blieb dennoch ein disziplinierter Begleiter des Sängers. Ali Massaoudis samtige Stimme verriet besonders beim letzten Stück von Mohamed Abdel Wahab sein Potential, das ansonsten eher nur andeutungsweise durchschimmerte.

Der Film „Die zweite Stimme“ habe seinen Namen deshalb erhalten, erklärte Sehouli dann in seinen einführenden Worten zur Filmpräsentation, weil eine Krankheit wie Krebs ein einschneidendes Ereignis im Leben eines Menschen sei, das das Leben neu definiert. Seine Aufgabe als Arzt sieht er darin, mit Menschen zu sprechen und dabei die Kultur, Philosophie und Religion mit einzubeziehen.

Der Dokumentarfilm, der aus Sicht einiger betroffener Frauen – die zum großen Teil auch im Publikum anwesend waren - zeigt, wie sich das Leben verändert, erläutert in großartigen Animationen auch, was im Körper passiert, wie z. B. Krebszellen streuen können usw. Der Film existiert bereits in einer englischen und türkischen Synchronisation. Die arabische Synchronisation entstand durch die Begegnung Prof. Sehoulis mit dem marokkanischen Journalisten Ahmed Abida, der spontan anbot, bei der Übersetzung ins Arabische behilflich zu sein. Zur Nutzung liegt der Film allen Interessierten als DVD vor oder kann im Internet angesehen werden. Dies ist der erste Aufklärungsfilm für Betroffene und Angehörige im gesamten arabischen Raum überhaupt. Prof. Sehouli und Frau Dr. Soliman haben zu dem Thema auch eine arabische Broschüre veröffentlicht, bei der auch die Botschaften Marokkos, Saudi Arabiens und Ägyptens mitgewirkt haben.

Momo Djender und René DeckerNach der Filmpräsentation folgte ein weiterer Block mit Musik. Diesmal moderner und mit größerem Bezug zu Marokko: Momo Djender aus Algerien spielte und sang modern aufbereitete andalusisch-marokkanische Musik sowie typisch marokkanische Gnawa-Musik. Dabei begleitete ihn der deutsche Saxophonist René Decker sehr einfühlsam. Gerne hätten die Zuhörer noch eine Zugabe gehört, doch die Musiker waren bereits anderweitig verpflichtet.

Die junge ägyptische Sopranistin Ohoude Khadr, frische Absolventin der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik, Berlin, brachte einige arabische Stücke zu Gehör, doch so richtig zu Hause war sie hör- und spürbar erst bei der europäischen Klassik, wie sie mit dem Schubert-Stück „Spiel auf deiner Geige“ unter Beweis stellte.

Begleitend zeigte in den Vorräumen der in Hamburg lebende Kalligraph Abdelhaq Bouzoubaa einige ausgewählte Werke, doch die Gäste hatten nach über 2stündigem Kulturprogramm andere Bedürfnisse. Und eine Etage tiefer lockte das arabische Buffet mit typisch marokkanischer Pastilla, die Prof. Sehouli bereits in seinem Buch „Marrakesch“, aus dem er eine kurze Passage vorgetragen hatte, angepriesen hatte. In mehreren Räumen im Erdgeschoss und im kleinen Innenhof nutzen viele Gäste an einem der letzten schönen Sommerabende noch die Gelegenheit zum Austausch und für anregende Gespräche. Dieser Abend bleibt sicher unvergessen, mögen weitere Projekte der Stiftung zum interkulturellen Austausch und zum Wohle aller Krebspatientinnen folgen.